"Reher Kratt"

Das NSG " Reher Kratt" im Kreis Steinburg

Eichen-Niederwälder ( Kratts)

Das wesentliche Merkmal von Niederwäldern ist ihre Verjüngung aus Stockausschlägen, wobei das Alter der Bäume beim Einschlag etwa 15-20 Jahre beträgt. Niederwälder sind das Produkt einer alten, heute in Nordwestdeutschland kaum noch betriebenen Waldnutzungsform. Sie haben daher außer ihrem biologischen auch einen kulturhistorischen Wert. Ihr Anteil an der Gesamtwaldfläche von Schleswig-Holstein liegt unter 4%.

 

Ein besonders in Schleswig-Holstein ausgebildeter Niederwald ist der vor allem auf der Geest zwischen Itzehoe und dänischer Grenze vorkommende Eichen-Niederwald, das Kratt, in dem die Stiel- und Trauben-Eichen in der Gehölzschicht vorherrschen. Die aus dem Stock emporgewachsenen Gehölze haben stark verkrümmte Stämme und Zweige und geben dadurch dem Bestand das eigenartige kratt-typische Aussehen.
Krattbestände sind oft von Heide durchsetzt, die auf Lichtungen auch größere Flächen einnehmen kann.
Die vielfältigen, durch unterschiedlich umfangreiche Gehölzentnahme entstehenden Lichtungen haben auf dem trockenen Sandboden und im Windschutz innerhalb der angrenzenden Bestände den Charakter von "Wärmeinseln" mit einer besonders wärme- und trockenheitsliebenden Pflanzen- und Tierwelt. Zahlreiche Arten kommen in Schleswig-Holstein außerhalb von Kratts nicht mehr vor.

 

Trockene Sandheide

Zu Zeiten größerer Heideausdehnung waren weite Landstriche von diesem Heidetyp geprägt. Seine Entstehung ist auf das Zusammenwirken von Klima, Boden und Pflanzen einerseits und menschlichen Eingriffen andererseits zurückzuführen. Eingriffe des Menschen in Form von Beweidung, Mahd und .Plaggenhieb (zur Streugewinnung ) haben zur Ausbreitung und zum Fortbestand der Heideflächen an Stelle ursprünglicher Eichen- und Buchen-Eichenwälder geführt. Ohne diese Nutzungen werden die meisten Heiden wieder von Gehölzen besiedelt. Die Sandheide ist also ein durch den Menschen bedingtes Ökosystem.

 

Das NSG " Reher Kratt" Kreis Steinburg

Heiden und Eichenkratts (Eichen-Niederwälder) gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen Schleswig-Holsteins. Eines der wenigen Naturschutzgebiete, in denen diese Landschaftstypenerhalten werden sollen, ist das 15 1/2 ha große "Reher Kratt" im Kreis Steinburg, 7 km westlich von Hohenwestedt. Aufgrund seiner bemerkenswerten Pflanzen- und Tierwelt wurde das Gebiet bereits Ende der zwanziger Jahre für den Naturschutz angekauft und ist seither Gegenstand zahlreicher naturwissenschaftlicher Untersuchungen. Sie ergeben zusammen ein anschauliches Bild von der dortigen Pflanzen- und Tierwelt und ihren Lebensbedingungen.
Zur Krautflora des Reher Kratts gehören neben den typischen Begleitarten von Eichenwäldern wie Schattenblume, Maiglöckchen, Drahtschmiele und Wiesenwachtelweizen auch einige in Schleswig-Holstein im Bestand bedrohte Arten: die Ästige Graslilie, die Färberscharte und der Echte Salomonsiegel.
Auf den Lichtungen finden sich neben dem flächendeckenden Heidekraut und zahlreichen Wachol­derbüschen mehrere in Schleswig-Holstein stark gefährdete Pflanzenarten , so u. a. das Gefleckte Knabenkraut (eine Orchideenart) und die Arnika, deren gelber Blühaspekt im Frühsommer besonders eindrucksvoll ist.
Das Reher Kratt beherbergt eine interessante Insektenfauna. Mehrere Arten aus den Familien der Wegwespen, der Ameisen und der Bärenspinner haben hier eines ihrer wenigen Vorkommen in Schleswig-Holstein oder sogar in ganz Nordwestdeutschland. Einmalig für Schleswig-Holstein ist das Vorkommen nahezu aller heimischen Kriechtierarten.

 

Quellen:
1. Handbuch für Naturschutz in Schleswig-Holstein (1988): S. 89-107
2. Bauernblatt (1980): 44. Ausgabe vom l. November

Machen Sie uns stark

Über den Bildungsspender unsere Naturscouts direkt helfen


Spende für die Ortsgruppe

NABU Gruppe Schenefeld: IBAN: DE59 2225 0020 0020 0011 00   BIC: NOLADE21WHO  Sparkasse Westholstein
Ihre Spenden sind herzlich willkommen.

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr

 

Eine Kindergruppe besteht bei uns wieder seit Oktober 2015.

"Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016. Foto: NABU/Frank Derer"


Erste Hilfe für Tiere

Tierpflegestationen

Hier finden Sie Pflege- und Auffangstationen deutschlandweit. Mehr